BDSM-Fetisch: Wie sag ich`s meinem Schatz?

Wer heute zugibt, in seiner Beziehung allein die klassische Missionarsstellung auszuüben, wird schnell in die Schublade der sexuellen Langweiler eingeordnet. Seit dem Kinofilm „Fifty Shades of Grey“ ist „BDSM light“ in den Schlafzimmern durchschnittlicher Ehepaare angekommen. Sogar Fernsehshows beschäftigen sich damit, den Zuschauern Anregungen für mehr Abwechslung im Bett zu geben. Zu Wort kommen Paare, die von fantasievollen Stellungen und aufregenden Fesselspielen berichten, Ratschläge zur schmerzfreien Ausübung von Analsex geben und die Besonderheiten von BDSM erläutern. Blümchensex war gestern. Handschellen, Augenbinden und Vibratoren befinden sich mittlerweile in den Nachtschränkchen jedes sexuelle aktiven Paares. Was ist aber, wenn Du Gelüste hast, von denen Dein Schatz noch nicht einmal zu träumen wagt?

Was ist beim Sex schon normal?

Was im Bereich der Sexualität als normal bezeichnet wird, ist abhängig von den Werten einer Gesellschaft und wird in Europa möglicherweise anders bewertet als in Japan oder Saudi-Arabien. Die Prägung durch Erziehung, gesellschaftliches Umfeld und Religion, die man als Kind durchlaufen hat, zieht sich bis in das Erwachsenenalter durch. Was genau der Grund ist, warum Du auf High-Heels, Latex-Unterwäsche oder Doktorspiele beim Sex stehst, und warum Du ohne Fetisch nicht so richtig in Wallung kommst, ist allerdings nebensächlich. Wichtig ist, dass Du über Deine sexuellen Sonderwünsche mit Deinem Partner offen sprechen kannst und es euch gelingt, ein für beide Seiten spannendes Liebesleben zu kreieren. Jetzt benötigst Du nur noch den Mut, das heikle Thema anzusprechen. Aber wie vorgehen, ohne den ahnungslosen Partner vor den Kopf zu stossen?

Deine sexuellen Wünsche spielerisch integrieren

Du kennst Deine eigenen Fantasien genau und spürst, dass Du nicht dem Durchschnitt der Menschheit entsprichst. Schuldgefühle wechseln sich mit dem brennenden Verlangen ab, Deinen Fetisch beim Sex mit Deiner Partnerin/Deinem Partner zu verwenden. Bevor Du mit der Tür ins Haus fällst, versuch zunächst einmal, Deine Vorlieben auf spielerische Weise beim Liebesspiel zu integrieren. Du könntest zum Beispiel Deine Partnerin bitten, im Bett die hohen Schuhe anzubehalten, die sie gerade bei eurem Theaterbesuch trug. Verbinde Deinem Partner die Augen und verwende Haushaltshandschuhe aus Silikon für die zärtliche Massage. Verlegt den Sex in die Badewanne in Vorbereitung für ein feucht-fröhliches Natursekt Spiel. Schenke Deiner Geliebten heisse Strapse und gib ihr das Gefühl, sexy und begehrenswert zu sein. Lege sanfte Fesseln aus einem „zufällig“ am Bett liegenden Seidentuch an. Ein aufmerksamer Partner wird spüren, was Dich besonders erregt und vielleicht auch Spass daran entwickeln. Ist es das Spiel aus Dominanz und Unterwerfung? Sind es bestimmte Kleidungsstücke oder Rollenspiele, die Dich verrückt machen? Erregung wirkt ansteckend- so haben beide Partner etwas davon. Kannst Du auf diese Weise dauerhaft das Interesse Deines Partners nicht wecken, solltest Du das Gespräch suchen.

Offenbare Dein sexuelles Geheimnis

Es erfordert schon einigen Mut, sexuelle Vorlieben anzusprechen, die Dir ein wenig peinlich sind. Du möchtest schliesslich nicht abgewiesen werden oder womöglich die Beziehung gefährden, wenn Du von Deiner Vorliebe für Doktorspiele oder Windeln berichtest. Vielleicht hält Deine Partnerin Deine favorisierten Praktiken für unmännlich, abstossend und absolut indiskutabel. In einer festen, liebevollen Beziehung sollte ein ehrliches Gespräch möglich sein, ohne dass es gleich zum Bruch kommt. Viele schöne erotische Stunden zu zweit , die ihr zusammen erlebt habt, sind eine gute Basis. Jetzt heraus mit der Sprache: Unterdrücke Deine geheimen Wünsche nicht sondern bringe sie offen auf den Tisch! Im Idealfall öffnet sich der Partner und ihr überlegt zusammen, wie ihr den Fetisch in euer Liebesspiel so einbauen könnt, dass beide auf ihre Kosten kommen. Du kannst Dein Gegenüber allerdings nicht zwingen, gemeinsam mit Dir Freude an Fetisch und Fesselspielen zu entwickeln. Manche solcher Versuche werden abgebrochen, weil ein Partner beim Rollenspiel in schallendes Gelächter ausbricht und ihm jede Lust dabei vergeht. Möchtest Du Deine besonderen Wünsche in Deiner Beziehung ausleben und nicht ausserhalb Befriedigung suchen, wirst Du das Risiko eingehen müssen und Dein sexuelles Geheimnis dem Partner offenbaren. Im besten Fall entsteht aus diesem Vertrauensbeweis eine Vertiefung Eurer Beziehung, nicht nur auf sexueller Ebene. Was für ein wunderbares Gefühl, in allen Facetten liebevoll vom Partner angenommen zu werden!

sexy Handschellen

Fetisch und Co auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung

Erotische Fantasien, die nicht ganz gewöhnlich sind, sollten nur in einer vertrauensvollen Beziehung miteinander geteilt werden. Wer bereits in der ersten Nacht mit dem neuen Freund die Peitsche herausholt und darauf besteht, beim Sex den Knebel anzulegen oder wer als Mann seinen Hang zu Damenunterwäsche präsentiert, wird höchstwahrscheinlich auf Unverständnis stossen. Einfühlungsvermögen ist nötig, um zu erkennen, wann ein guter Zeitpunkt gekommen ist, den Liebespartner mit BDSM oder Fetisch zu konfrontieren.
Wenn eine Beziehung bereits kriselt oder sich im Endstadium befindet, machen Geständnisse zu extremen sexuellen Praktiken keinen Sinn.
Wagst Du es in einer länger andauernden Beziehung nicht, Deine Fantasien auszusprechen oder kann Dein Partner trotz grosser Offenheit Deine Wünsche nicht erfüllen, bleibt Euch immer noch die Möglichkeit, die Hilfe eines Sexualtherapeuten in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist eine Trennung aufgrund unterschiedlicher sexueller Ausrichtung nicht zu verhindern. Eines ist sicher: Du bist nicht allein , denn es gibt Menschen, die Deine Vorliebe zu Fetisch und BDSM teilen.

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